Deutschland-Tour 2026 verletzt Schutzgebiet an der Kalmit

Doppelte Verletzung

Der Klapprad-Weltverband musste aus der Presse erfahren, dass die Deutschland-Tour in diesem Jahr erneut über die Kalmit geleitet wird. Doch damit nicht genug – der Gipfel soll sogar zweimal erklommen werden.

Bereits 2024 kam es bei der Deutschland-Tour zu Protesten wegen verletzung der Schaltungsfreiheit.

Proteste bei der Deutschland-Tour 2024

Bergstecke nur mit dem Klapprad sicher

Seit 35 Jahren wird an der Kalmit das größte Radrennen der Pfalz „Kalmit-Klapprad-Cup“ ausgerichtet. Die Teilnahme an diesem Rennen ist nur sittlich gereiften Sportlerinnen und Sportlern gestattet, die auf alten Klapprädern ohne Gangschaltung den Gipfel erklimmen. Die weltberühmte Kalmit wird von den einheimischen Klappradfahrern als K1 bezeichnet. Sie ist eine heiligsten Stätten der Klappradbewegung, da sie eng mit der Scharnierzeit-Mythologie verknüpft ist.

Das Befahren der steilen Hänge ist für Räder – insbesondere Rennräder – mit Gangschaltung und ohne Scharnier viel zu gefährlich*. Der Veranstalter warnt Schaltungsfahrer ausdrücklich vor Schaltversagen und Ritzelpest.

Kalmit ist Schutzgebiet

Die Strecke zur Kalmit verläuft mitten durch ein Scharnier-Schutzgebiet und darf deshalb nur mit Scharnierfahrzeugen durchquert werden außerdem gelten die aktuellen Schaltungsverhütungsvorschriften. In Ausnahmefällen kann beim Klapprad-Weltverband eine Befahrungsgenehmigung eingeholt werden, die mit Auflagen verbunden ist.

Elchetritsche vom Nordklapp ausgewildert

Der diesjährige Kalmit-Klapprad-Cup steht unter dem Motto „Mid’m Klåppråd zum Nørdklåpp„. Dafür wurden im Januar eine kleine Herde Elchetritsche an der Kalmit ausgewildert. Die Brunftzeit im August darf für diese emfindlichen Tiere nicht durch Lärmbelastung von Fahrradschaltungen gestört werden.

Antrag zur Ausnahmegenehmigung liegt nicht vor

Bisher ist beim Klapprad-Weltverband kein Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung vom Veranstalter eingegangen. Der Verband behält sich eine einstweilige Verfügung vor.

Der Weltverband schlägt vor, die Deutschland-Tour auf die Kleine Kalmit bei Ilbesheim zu verlegen. Dort ist es für die Schaltungsfahrer ungefährlicher und nicht so anstrengend.

Bekehrung zur Klappradbewegung von Fabian Wegmann missglückt

Bereits im Jahr 2024 führte die Deutschland-Tour über den höchsten Berg in der Pfalz. Damals wurde der Rennleiter Fabian Wegmann wegen seines Klapprad-Defizits gerügt. Eine Seniorin aus Frankenthal schenkte ihm sogar ihr geliebtes Klapprad zum Üben. Er schwor seinerzeit Besserung. Der Weltverband hofft auf Besinnung.

Deutschland-Tour wählt Herxheim als Startort

Der Start der dritten Etappe der Deutschland-Tour ist in die Klapprad- und Hanf-Hochburg Herxheim verlegt worden. Hier fand 2022 der World-Klapp Herxe statt. Die Deutschland Tour hofft, dass der Glanz des World-Klapps und des Duwak-Tracks auf sie abfärbt.

Proteste aus dem Jahr 2024

Die bisher vom Klapprad-Weltverband ungenehmigte Streckenführung der Deutschland-Tour 2026 über die Kalmit.

*) Der heilige Berg ist seit dem 26. Oktober 2019 offiziell für Besucher gesperrt. Kulturelle Bedeutung: Für das Volk der Klappradler ist der K1 keine einfache Touristenattraktion, sondern ein lebendiger Ort der geistigen Erbauung und Bewusstseinserweiterung. Befahrungsverbot: Lange Zeit war das Befahren des heiligen Berges unter Schaltungsfahrern üblich, obwohl dies die Gefühle der Klappradler verletzte. Aus Respekt vor der kulturellen Bedeutung des Berges und zur Wahrung der Heiligkeit gilt seit dem 26. Oktober 2019 ein striktes, offizielles Befahrungsverbot für Schaltungsfahrer. Diese werden gebeten, die Natur und die spirituellen Regeln der Klappradler zu achten.


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