Pfälzer Klappradfahrer rocken den Ruhrpott
Räder aus Stahl, Retro Style und sportlich ambitioniertes Fahren – prädestiniert also für Klappräder – die Underdogs unter den Classic Bikes. So machten sich sieben Pfälzer, ein Bremer und ein Hesse am letzten Maiwochenende auf in die Ruhrpottmetropole Duisburg – zurück zum Ursprung.
Denn wo einst der Stahl zur Herstellung der Klappräder gewonnen wurde findet seit 2022 die Classic Bike Tour – Duisburg Steel statt.
Im Angebot: Drei Strecken mit 57km, 76km und 110km jeweils ausgehend vom Landschaftspark Duisburg-Nord, einem stillgelegten Industriekomplex mit frei begehbarem Eisenhüttenwerk.
Egal, ob Klapptandem, Steck- oder Faltrad und sogar Hochrad (leider nicht klappbar), alle Fahrer entschieden sich für die anspruchsvolle 110km Runde. Mit einem Abstecher auf die 103m hohe Abraumhalde Rheinpreußen, beliefen sich die Höhenmeter dieser Tour auf schlappe 290 HM, eine Zahl über die der Kalmit erprobte Klappradfahrer nur müde lächeln können.
Pünktlich um 10 Uhr gingen die Ersten auf die Strecke. Um die Rennradfahrer nicht gleich vom Start weg zu düpieren begaben sich die Klappis in der Mitte des Starterfeldes auf die Tour.
Entlang an Rhein und Ruhr führte die Strecke durch die Industrielandschaft aus der Stadt hinaus aufs Land.
Erster Stopp und zugleich Härtetest für Mensch und Maschine, die Halde Rheinpreußen mit gigantischem Blick übers Ruhrgebiet, Verpflegung inklusive.
Weitere Verpflegungsstationen mit traditioneller Stahlwerkerkost (Currywurst/Fritten/Bier) folgten.
Einziger Wermutstropfen aus Pfälzer Sicht: Weinschorle = Fehlanzeige!
Die ersten Klappräder schafften es knapp unter 5 Stunden ins Ziel.
Danach war bei Musik vor gigantischer Kulisse des Stahlwerks Party pur angesagt.
Noch lange nach offiziellem Schluss der Veranstaltung wurde der gelungene Tag gefeiert und mit einem letzten Bier nachts um 1:30 Uhr im „Späti“ gebührend beendet, immer mit dabei natürlich die Klappräder.
Duisburg Steel 2027 – wir sind auf jeden Fall wieder dabei!
Und was viele gar nicht wussten:
Das Klapprad war der Grund für die Fusion der Stahlkonzerne Thyssen und Krupp.
Dass beide Konkurrenten in der Klappradproduktion waren ist hinlänglich bekannt.
Jedoch gelang es keinem Konzern sich die Vormachtstellung zu sichern.

Während Thyssen mit dem Steckrad Vorderteil aus Thyssen Stahl mit der Aerodynamik punkten konnte, war Krupp führend beim Bau der Klappradhinterteile, die sich durch ihre besondere Steifigkeit auszeichneten und so die enorme Kraft des Antriebs besser aushalten konnten.
Nachdem kein Konzern trotz jahrelanger Forschung und Erprobung in die Nische des anderen vordringen konnte entschloss man sich 1997 zu einer Fusion beider Konzerne, um die Weltmachstellung im Klappradbau übernehmen zu können.
